Inschrift
(Lykisch)

In Sillyon (heutige Tür­kei) ent­deckte Stein­in­schrift aus dem 5./4. Jhd. v. Chr. Ly­kisch ge­hört zur lu­wi­schen Un­ter­grup­pe der Ana­to­li­schen Spra­chen.



Manuskript
(Sanskrit)

Sanskrit (in Deva­na­ga­ri-Schrift) ist die hei­lige Spra­che des Hin­du­is­mus und ge­hört zu den in­do­ari­schen Spra­chen. Pa­ni­ni (4. Jhd. v. Chr.) ver­fas­ste eine Sanskrit-Sys­te­ma­tik, die äl­tes­te über­lie­fer­te Gram­ma­tik.

Tontafel
(Linear B)

Die in Mykene, Grie­chen­land, ge­fun­de­ne Ta­fel ist in Li­near B be­schrie­ben. Diese Schrift stammt von der kre­tisch-mi­noischen Li­near A ab. Das My­ke­ni­sche ist der äl­tes­te be­kannte grie­chi­sche Dia­lekt (14.–12. Jhd. v. Chr.).



Manuskript
(Tocharisch B)

Die Handschrift enthält ei­nen Text in To­cha­risch B. Die To­cha­ri­schen Dia­lek­te ge­hö­ren zu den aus­ge­stor­be­nen in­do­ger­ma­ni­schen Spra­chen und wur­den in der zwei­ten Hälf­te des 1. Jahr­tau­sends n. Chr. im Ta­rim-Becken (heu­ti­ges Nord­west-China) ge­spro­chen.



Tafel von Botorrita
(Keltiberisch)

Die erste von vier bei Bo­torri­ta, Spa­nien, ent­deckten Bron­ze­ta­feln mit kelt­ibe­ri­schen In­schrif­ten. Die beid­sei­tig be­schrif­tete Ta­fel wird auf das frühe 1. Jhd. v. Chr. da­tiert.

Satzung

§1

Die Indogermanische Gesellschaft, neugegründet in München am 2. September 1953, hat den Zweck, die Forschung und das Studium auf dem Gebiet der Sprachwissenschaft, im besonderen der Indogermanistik, zu fördern und der Verbindung unter den Sprachforscherinnen und Sprachforschern sowie den wissenschaftlichen Intentionen des Faches zu dienen. Als wissenschaftliche Gesellschaft dient sie ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken.

§2

Sie verfolgt ihr Ziel durch Veranstaltung von sprachwissenschaftlichen Fachtagungen und anderen Zusammenkünften, durch Organisation und Förderung sprachwissenschaftlicher Forschungsprojekte in Arbeitsgruppen, durch Förderung des Informationsflusses mittels geeigneter Medien und durch die Herausgabe des kritisch-bibliographischen Publikationsorgans Kratylos. Sie setzt sich für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und eine gute Repräsentanz des Faches Indogermanistik in der Öffentlichkeit ein und wirkt im wissenschafts-politischen Bereich als Interessenvertretung des Faches.

§3

Die Mitgliedschaft in der Gesellschaft steht allen sprachwissenschaftlich Interessierten offen. Auch Körperschaften können Mitglied werden. Neue Mitglieder werden auf eigenen Antrag vom Vorstand aufgenommen. Die Mitgliedschaft endet a) durch Tod, b) durch schriftlich erklärten Austritt, c) auf Beschluß des Vorstands durch Streichung aus der Mitgliederliste, wenn das Mitglied trotz Mahnung mit zwei Jahresbeiträgen oder mehr im Rückstand ist, d) auf Beschluß der Mitgliederversammlung durch Ausschluß aus der Gesellschaft wegen gröblicher Schädigung ihres Ansehens oder ihrer Interessen.

§4

Der Jahresbeitrag wird von den Mitgliedern in der Mitgliederversammlung jeweils für mehrere Jahre festgelegt. Der volle Mitgliedsbeitrag schließt den Bezug des Publikationsorgans Kratylos ein. Einzelpersonen können durch einmalige Zahlung des Zwanzigfachen des Jahresbeitrags die Mitgliedschaft auf Lebenszeit erwerben. Für Studierende und Einkommenslose gilt ein ermäßigter Jahresbeitrag; Ausmaß und Bedingungen der Ermäßigung werden von der Mitgliederversammlung bestimmt. Der Vorstand ist befugt, in Härtefällen den Beitrag für befristete Zeit ganz zu erlassen.

§5

Die Führung der Geschäfte obliegt einem Vorstand, der aus einer Vorsitzenden oder einem Vorsitzenden, seiner Stellvertreterin oder seinem Stellvertreter, einer Medien- und Computerreferentin oder einem Medien- und Computerreferenten, einer Pressereferentin oder einem Pressereferenten, einer Kassenwartin oder einem Kassenwart, einer Schriftführerin oder einem Schriftführer, zwei Vertreterinnen oder Vertretern des Mittelbaus und drei Vertreterinnen oder Vertretern der Studierenden besteht. Art und Umfang der Geschäftsführung des Vorstandes sowie die Aufgaben und Befugnisse seiner Mitglieder sind in einer Geschäftsordnung geregelt.

§6

Dem Vorstand steht ein Wissenschaftlicher Beirat zur Seite, dessen Mitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Der Wissenschaftliche Beirat soll international zusammengesetzt sein und in seiner Tätigkeit besonders die internationalen Kontakte fördern.

§7

Zur Durchführung bestimmter Aufgaben können im Einvernehmen mit dem Vorstand Arbeitskreise gebildet werden. Diese regeln ihren Wirkungsbereich selbst und berichten in Abständen über ihre Tätigkeit.

§8

Der Vorstand beruft in höchstens vierjährigem Abstand eine ordentliche Mitgliederversammlung ein, in der Regel im Rahmen einer eigenen wissenschaftlichen Tagung. Der Vorstand ist außerdem verpflichtet, in angemessener Frist eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, wenn dies von mindestens 30 Mitgliedern gewünscht wird. Die ordentliche Mitgliederversammlung wählt jeweils für die folgende Periode den Vorstand. Wiederwahl ist zulässig. Jedes Mitglied hat das Recht, Kandidaten für die Vorstandswahl vorzuschlagen. Die Wahl findet in geheimer Abstimmung statt.
Die Studierenden wählen ihre Vertreterinnen oder Vertreter aus ihrer eigenen Gruppe und nehmen bei Bedarf eine Nachwahl vor.
Bei vorzeitigem Ausscheiden der oder des Vorsitzenden übernimmt die oder der Stellvertretende Vorsitzende dieses Amt; beim Ausscheiden eines anderen Vorstandsmitglieds entscheidet der übrige Vorstand über dessen kommissarische Vertretung.

§9

Sitz der Gesellschaft ist Wiesbaden.

§10

Das Geschäftsjahr beginnt am 1. Januar.

§11

Änderungen der Satzung werden von der ordentlichen Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen. Der Beschluß einer etwaigen Auflösung der Gesellschaft erfordert eine Zweidrittelmehrheit aller stimmberechtigten Mitglieder in einer stimmberechtigten Urabstimmung. Im Falle der Auflösung der Gesellschaft fällt das vorhandene Vermögen einem sprachwissenschaftlichen Universitätsinstitut zu; dieses ist in dem Auflösungsbeschluß zu benennen.

Die Satzung wurde in der ordentlichen Mitgliederversammlung der Indogermanischen Gesellschaft am 20. September 2000 in Halle/S. erstellt und in Salzburg 2008 in einigen Punkten aktualisiert.

 


Grabinschrift
(Altirisch)

Irischer Grabstein aus Ballin­taggart, Coun­ty Ker­ry, ca. 5. Jhd. n. Chr., in der alt­iri­schen Ogam-Schrift.

Transkription:
Maqqi-lari koi maqqi muccoi Dovinias

Übersetzung:
(Grabstein des) Mac-lar hier, ei­nes Soh­nes aus dem Clan des Duibne



Steintafel
(Griechisch)

Die Stein-Inschrift stammt aus dem 5. Jhd. v. Chr. Auf ihr fin­den sich Na­men be­deut­sa­mer Per­sön­lich­kei­ten der An­ti­ke, zum Bei­spiel der des Re­for­mers Kleisthe­nes oder des Ty­ran­nen Hippias

Transliteration:
[Фιλόνεος]
[´Ον]ετο[ρ---?]
[h]ιππία[ς]
[K]λεισθέν[ες]
[M]ιλτιάδες
[Kα]λλιάδες
[…..]στρατ[ος]